Hallo Bernd,
ich stell's dir jetzt einfach mal ein, hat zwar nicht direkt mit deinen Büchern zu tun, passt noch am ehesten zum Auswanderer, eigentlich sogar ganz gut, und da du ja quasi "vom Fach" bist... außerdem ist es ganz lustig. :-)
Über die renommierte Geschichtsschreibung
Also, wie war das gleich nochmal?
Die Comache, die haben gegen die Shoshone gekämpft. Aha. Interessant, weil sie doch Shoshone waren, aus dem Großen... Show more
Hallo Bernd,
ich stell's dir jetzt einfach mal ein, hat zwar nicht direkt mit deinen Büchern zu tun, passt noch am ehesten zum Auswanderer, eigentlich sogar ganz gut, und da du ja quasi "vom Fach" bist... außerdem ist es ganz lustig. :-)
Über die renommierte Geschichtsschreibung
Also, wie war das gleich nochmal?
Die Comache, die haben gegen die Shoshone gekämpft. Aha. Interessant, weil sie doch Shoshone waren, aus dem Großen Becken in die südliche Prärie abgewanderte Paiute, Shoshone und Ute. Aber weil sie dort von den Lipan Apache heftig bedrängt wurden… Moment, die Lipan lebten an den Flussläufen im Westen, waren recht Wenige und sehr friedfertig. So friedlich, dass sie von den Texanern innerhalb kurzer Zeit nahezu ausgerottet wurden und der Rest von ihnen vertrieben. Aber nicht dorthin, wo die Comanche lebten, sondern in die genau entgegengesetzte Himmelrichtung. Sehr merkwürdig.
Bedrängten sie die Comanche irgendwie so von rückwärts? Man weiß es nicht. Und die bedrängten Comanche, die kämpften daraufhin gegen die Shoshone. Da sie von den Lipan auf ominöse und nicht mehr genau rückzuverfolgende Weise irgendwie bedrängt wurden, ließen sie ihren Frust darüber an der Verwandtschaft aus. Klingt logisch. Und die Kiowa, tja die gab’s da auch noch, was machten die eigentlich? Die kämpften natürlich auch, was auch sonst, und zwar gegen die… die… da gab‘s Niemanden, aber ist ja auch egal, sie kämpften eben so in der Gegend rum und aus basta Amen. Weil Indianer das nun mal so machten.
Die Mescalero, die Chiricahua, die Apache in ihrer Gesamtheit, die lebten ganz woanders, doch sehr weit entfernt bei genauer Betrachtung, aber die bedrängten da auch irgendwie mit, mehr so durch ihre entfernte Präsenz vermutlich, wie auch immer, sie bedrängten. Pfeil auf die Landkarte geklatscht und wird schon passen, mal eben über die Navajo drüber, die das offenbar gar nicht mitbekommen haben, aber nun, wie’s mit friedliebenden Schafbauern manchmal so ist.
So ging das scheinbar um und um und hin und her, da fragt man sich doch echt, da sie doch Alle ihre angestammten bzw. bis dahin unbewohnten Jagdgründe sprich Lebensräume hatten und keiner von ihnen die der andern brauchte, weil sich überall gut leben ließ, und das zumeist mindestens(!) seit Jahrhunderten. Aber sie bedrängten einander und bekämpften sich und führten Krieg gegeneinander… Moment mal, Krieg?
Es gab da ab und an kleinere Streitigkeiten und Reibereien, die man als kriegerische Auseinandersetzung bezeichnen könnte – in Europa wären sie im Chaos andauernder Vernichtungskriege gar nicht erwähnt worden - , aber sie „führten Kriege“, so ganz ganz winzig kleine eben ab und zu, mehr so Geplänkel ohne irgend nennenswerte Folgen… da steht was von „mehreren Todesopfern“, da machen wir „mehrere hundert“ draus, so hat das Ganze ein Gesicht… sie führten Kriege und Ende der Debatte, das war offenbar irgendwo so üblich, einfach so, ohne jeden erkennbaren Grund und ohne irgend Verschiebung ihrer Territorien.
Und, oh Wunder, sie blieben dabei recht konstant immer gleich Viele, bestellten Felder, lebten in Dörfern, gründeten Familien, zogen ihre Kinder auf, gingen auf die Jagd… wie haben die das nur Alles unter einen Hut, nein, eine Federhaube gebracht? Und wie ist es möglich, dass sie regen Handel trieben miteinander, untereinander heirateten usw., da sie doch Todfeinde waren und sich unablässig bekämpften? Merkwürdiges Völkchen, diese Limanche, Shoshiowa und Apaiute. Aber sie kämpften und bedrängten, das steht mal fest. Wie und wann und wo eigentlich? Egal, jetzt steht‘s schon so da und fertig.
Und im Fasching geh ich als Indianer. Häuptling, versteht sich.
Hi Desperado! Herzlichen Dank für diesen überaus lehrreichen und humorvollen Geschichtsunterricht. Die Geschichte schreibt der Sieger, ganz klar - gleichgültig wie widersprüchlich sie auch sein mag. Dieses Verhalten zieht sich durch die ganze Menschheitsgeschichte. Eine Analogie... Show more
Hi Desperado! Herzlichen Dank für diesen überaus lehrreichen und humorvollen Geschichtsunterricht. Die Geschichte schreibt der Sieger, ganz klar - gleichgültig wie widersprüchlich sie auch sein mag. Dieses Verhalten zieht sich durch die ganze Menschheitsgeschichte. Eine Analogie zum aktuellen Zeitgeschehen stellen jetzt aber nur wirklich ganz böse Zungen her. Ich könnte mich immer wieder kringeln, wenn ich deine Geschichte lese. Klasse! Hab herzlichen Dank dafür. :-) LG Bernd
Freut mich! :-)